Firmengeschichte

Ein mutiger Start

Tatkraft, Unternehmergeist und Beharrlichkeit, dafür steht bis heute unser Gründer Hinrich von Rahden (†).

Schon bei seiner beschwerlichen Rückkehr in den Heimatort Schwanewede im Juli 1945 - die Elbe überquerte er auf zusammengebundenen Fässern – zeigte sich der große Mut, mit dem er den Grundstein für unser Familienunternehmen legte.

Zunächst arbeitete der gelernte Kraftfahrzeugschlosser auf dem elterlichen Hof Vorberg 12 in Schwanewede, bis eine Reise nach Hamburg ihm die existenzielle Wende ermöglichen sollte:

Aus der Konkursmasse des einstigen Deutschen Reiches erwarb Hinrich von Rahden einen MAN-Bus und schuf damit die Basis für sein im Oktober 1947 in Schwanewede gegründetes Fuhrunternehmen.

Angetrieben von der Hoffnung auf bessere Zeiten, zufrieden über die ersten Gelegenheitsfahrten für Vereine oder zu Familienfesten, entwickelte sich in risikoreicher Zeit vor der Währungsreform und danach so allmählich ein investitionsfähiges Unternehmen. 1949 gab es den ersten Liniendienst von Meyenburg nach Schwanewede und weiter nach Burgdamm und Osterholz-Scharmbeck.

Bereits 1950 konnte der erste neue Reisebus, ein Borgward, bestellt werden. Vier Jahre später erwarb Hinrich von Rahden das 4.000 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude der alten Molkerei in Schwanewede. Es ist heute noch Standort unseres Unternehmens. Sein heutiges Bild erhielt das Gelände durch zahlreiche Investitionen, unter anderem in eine Fahrzeughalle, in eine betriebseigene Werkstatt und in das Verwaltungsgebäude.

Heute - fast 70 Jahre nach der Gründung - repräsentieren drei Generationen den Namen Reisedienst von Rahden!


Als Großfamilie arbeiten, wohnen und leben wir gemeinsam unter einem Dach. Dank des langjährigen Vertrauens unserer Kunden und der Loyalität unser Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, blicken wir auf eine erfolgreiche Geschichte zurück. Ihr fühlen wir uns genauso verpflichtet wie unserem Motto "Füreinander — Miteinander" und den vielen gewachsenen hanseatisch vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen.

Mit Blick auf unsere Tradition gilt auch künftig: Wir transportieren Menschen, zuverlässig und persönlich.
Auch die kommenden Generationen im Unternehmen gestalten die Zukunft mit Augenmaß für die geschäftliche Entwicklung und im Vertrauen auf zufriedene Kunden.

Die Reiselust ...

... entwickelte sich nach Jahren des Krieges und der Entbehrung zunächst zögerlich. Doch dann löste die Weltausstellung 1958 in Brüssel eine bisher ungeahnte Nachfrage aus. Das bewog den Reisedienst von Rahden 1958 in einer Wohnstube an der Delmestraße in Bremen das erste Reisebüro zu eröffnen. 1962 zog das Büro in das Haus "Hillmannplatz 8-10" um. 1978 wurden neue Räume am "Unser Lieben Frauen Kirchhof 10-11" in der 1. Etage bezogen. 1997 erfolgte der Umzug ins Erdgeschoß im Nachbarhaus Nr. 9. Heute befindet sich das Reisebüro in den Pieperstraße 16 in Bremen.

Dem Höhenflug folgte 1963 ein schwerer Schicksalsschlag. Hinrich von Rahden starb nach zweitägiger Krankheit. Erika von Rahden, in Visselhövede geboren und seit dem 11. März 1949 mit Hinrich von Rahden verheiratet, stand nicht nur mit den zwei Söhnen Hinrich und Rolf, sondern auch mit dem Busunternehmen allein da.

Nach dem altdeutschen Sprichwort "Geiht nich gift nich" packte sie, unterstützt von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die große Aufgabe an und bewältigte sie mit Herz, Verstand und Tatkraft. 1972, im Jahr des 25-jährigen Bestehens, fuhren mit Erika von Rahden an der Unternehmensspitze 18 Omnibusse durch die Region und ganz Europa.

Zeit für Veränderung …

... war Mitte der 1970er-Jahre gekommen: Nach Beendigung seiner Ausbildungen zum Kraftfahrzeugmechaniker und Bürokaufmann trat Hinrich von Rahden als Gesellschafter und Geschäftsführer in das Unternehmen ein. Die GmbH wurde gegründet und auch der zweite Sohn, Rolf von Rahden, übernahm schließlich 1985 als gelernter Reiseverkehrskaufmann Verantwortung im Familienunternehmen, das inzwischen auf eine Flotte von über 50 Omnibussen angewachsen war.

Die Aufgaben der Söhne waren klar getrennt: Hinrich von Rahden ist für den internationalen und regionalen Linienverkehr verantwortlich. Ihm unterstehen zudem Einkauf und Technischer Bereich für das rollende Material sowie die Einstellung und Schulung des Fahrpersonals.

Den gesamten Bereich "Touristik" verantwortete Rolf von Rahden. Ihm unterstanden - bis zu seinem Tod 2004 - die Reisebüros, Planung, Einkauf und Gestaltung des Reiseangebotes, einschließlich der Abwicklung. Seitdem sind Hinrich von Rahden und seine Ehefrau Cornelia für alle Geschäftsbereiche verantwortlich.

Cornelia von Rahden ist Geschäftsführerin und als solche für in der Schwaneweder und Bremer Verwaltung tätig. Die Ehefrau von Rolf von Rahden, Ute von Rahden, verstärkt das Familienunternehmen sowohl in Bremen als auch im Schwaneweder Stammsitz.

Die Weichen sind gestellt

Inzwischen sind mit Jan-Peer und Michael auch die Söhne von Cornelia und Hinrich von Rahden im Unternehmen tätig. Jan Peer von Rahden ist als Bürokaufmann für Einkauf, Kalkulation und Planungen verantwortlich, während seine Frau Mareike für die Lohnabrechnung, Kasse und Verwaltungsaufgaben zuständig ist. Übrigens lassen sich die Ziele ihrer sechsjährigen Tochter Sina noch nicht genau bestimmen: Noch schwankt sie zwischen Doppeldecker-Busfahrerin, Verkäuferin von Reisen oder Ponyreiterin.

Michael von Rahden leitet als gelernter Kfz Mechatroniker und Bürokaufmann mit seinem Team den Einkauf für die firmeneigene Werkstatt, den Fahrzeugeinkauf sowie die Verwaltung und Vermietung von Büro und Lagerflächen. Beide Söhne leiten den Knauf-Busbetrieb und die Firma Kemper.

In welche Fußstapfen die Kinder von Ute und Rolf von Rahden, Lennart und Janne, treten, ist derzeit noch nicht abzusehen. Aber eins ist sicher: Die Weichen für die Zukunft des Familienunternehmens sind gestellt.

Im Mai 2010 verstarb Erika von Rahden im Alter von 90 Jahren. Ihr Leben war ganz auf Familie, Firma, Kunden, Reisegäste, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgerichtet. Ihre Leitsätze

"Was ihr ererbt, das ehrt, erhaltet, achtet und mehrt es!" und

"Wer dag vor dag sin Arbeit deit und deit dat oft und deit dat gern, de schall sick ok mal amüsiern."

haben uns als Großfamilie geprägt.

Dieser Tradition fühlen wir uns verpflichtet – sie motiviert uns, mutig in die Zukunft zu blicken.